> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 19. Dezember 2002
 

Punktgenau bei Planvorgabe

Gemeinderat vergibt erste Aufträge für Dorfgemeinschaftshaus 

Wald - Unter dem Motto "Investieren in schwieriger Zeit" hat der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstagabend die erste Auftragstranche für das Dorfgemeinschaftshaus Walbertsweiler vergeben. Die Kosten für die elf Gewerke betragen rund 270000 Euro, und liegen damit in der Gesamtsumme fast punktgenau auf den Planvorgaben.

Der Baubeschluss sei gefasst, die Zuschüsse bewilligt, es gebe kein Zurück mehr, brachte Bürgermeister Werner Müller die Lage auf den Punkt. Die Vergabe von mehr als der Hälfte der Gewerke auf einmal sei sinnvoll. "Dann wissen wir, wo wir kostenmäßig stehen", kündigte der Rathauschef die zweite Auftragsvergabe für das späte Frühjahr 2003 an. Architekt Wolfgang Schweikart erläuterte die einzelnen Auftragsvergaben, für die insgesamt 75 Angebote eingegangen waren. Für die Rohbauarbeiten erhielt die Firma Stier aus Rohrdorf mit 63000 Euro den Zuschlag. Bei den Zimmerarbeiten kam die Worndorfer Firma Schiele mit 25100 Euro zum Zug, und lag damit knapp vor der Bietergemeinschaft Müller und Lutz aus Rengetsweiler und Hausen. Diese erhielt dann bei den Dachdeckungsarbeiten mit knapp 12000 Euro den Zuschlag. Frank Halmer fragte deshalb nach, ob es nicht besser wäre, die Bietergemeinschaft auch beim vorherigen Los zum Zug kommen zu lassen. Auf diesen Gedanken sei er auch schon gekommen, gab ihm Bürgermeister Müller recht. "Aber vergaberechtlich gibt es keine Chance", wies er auf die entsprechenden Richtlinien hin. "Die Finger davon lassen", riet deshalb auch Ernst Stadler. Für 7800 Euro wird die Ringgenbacher Firma Droxner die Klempnerarbeiten erledigen. Noch günstiger kommt der Estrich mit 5800 Euro, den die Firma Müller aus Salem ausführt. Bei den

 Verglasungsarbeiten kam mit der Firma Wöttke auch ein einheimischer Handwerker zum Zug. In einer abgespeckten Variante vergab der Rat den Auftrag für knapp 65000 Euro. Bei der Heizungsanlage gab es eine kleine Fachdebatte, bevor dann wiederum die Firma Droxner den Zuschlag für 24000 Euro erhielt. Der günstigste Bieter bei der Sanitäranlage war mit 16900 Euro die Firma Frick aus Langenhart. Ebenfalls stark abgespeckt wurde die Elektroinstallation. Anstelle der vorgesehenen 50000 Euro beträgt das Auftragsvolumen, das die Sigmaringer EZS erledigt, jetzt noch rund 30000 Euro. Eine Besonderheit gab es bei der Vergabe der Gerüstarbeiten. "Das war mir auch neu", gestand Architekt Schweikart. Zu ihrem Angebot hatte die Firma S & B - Gerüstbau angefügt, dass das Unternehmen nicht umsatzsteuerpflichtig wäre. "Das verzerrt die Sache natürlich", so Schweikart, sei rechtlich aber legitim. Die Räte sahen deshalb auch kein Problem, das Gewerk nicht an diesen Bieter für rund 5000 Euro zu vergeben.

Bei den Putz- und Stuckarbeiten wiederum hatte die Handwerkskammer davon abgeraten, den günstigsten Bieter zu beauftragen, da es sich um einen Maurerbetrieb handle, der nur in geringem Umfang Putzarbeiten durchführen dürfe. "Hier geht es aber um mehr als einen geringen Auftrag", erläuterte Architekt Schweikart. Zum Zug kam die Sigmaringer Firma Pfäffle für 22250 Euro.

"In den Berechnungen sind Eigenleistungen noch nicht berücksichtigt", machten Bürgermeister und Architekt deutlich und dass es durchaus noch Einsparpotentiale gibt, bei entsprechendem Engagement von Bürgern und Vereinen. 10000 Euro könnten eingespart werden, wenn die Bürger das alte Gebäude selbst abbrechen und so die Gemeinde unterstützen.


 
 

Siegfried Volk, Südkurier Pfullendorf, 19.12.2002

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