> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 13. Juni 2005
 

Gäste kamen von weit her

 170 ehemalige Volksschüler mit Bürgermeister Müller auf Tour

Walbertsweiler (fah) Im Walder Ortsteil Walbertsweiler begann am Samstag rund um das Dorfgemeinschaftshaus ein dreitägiges Fest anlässlich der erstmaligen urkundlichen Erwähnung des Dorfes vor 1150 Jahren. Begleitet wird das Jubiläumsfest von einer Fotoausstellung im Pfarrhaus. Aus rund 250 zumeist historischen Fotografien hat Peter Jungert zusammen mit seinen Töchtern Melanie und Michaela eine Ausstellung zur jüngeren Dorfgeschichte zusammengestellt.

Vor gut einem Jahr hatte Ortsvorsteher Franz Bosch einen Hinweis auf die erste Nennung des Dorfes gefunden. Deshalb habe sich der Ortschaftsrat, so Bosch bei der Begrüßung von 170 ehemaligen Schülern der Volksschule Walbertsweiler, zu diesem Fest entschlossen. Die Vorbereitung sei in die Hände eines Festausschusses gelegt worden.

Am Samstag fuhren die ehemaligen Schüler, die zum Teil von weither angereist waren, zusammen mit Bürgermeister Werner Müller durch Walbertsweiler und die anderen Walder Ortsteile und ließen sich zeigen, was sich in den letzten Jahren alles getan hat. Die Tour endete schließlich in der Zwergschule Walbertsweiler, in der die Gäste das Lesen und Schreiben gelernt hatten.

Hier trafen 50-, 60-, 70-Jährige wieder aufeinander und erkannten mal grübelnd, mal auf Anhieb, ihre Klassenkameraden wieder, mit denen sie acht Jahre lang den Klassenraum geteilt hatten. Hier im gleichen Raum, wo sie einstmals zu zweit an den Klappbänken saßen, trafen sie sich Jahrzehnte später wieder - diesmal bei

In der Fotoausstellung warfen Bürgermeister Werner Müller und Ortsvorsteher Franz Bosch Blicke in die Vergangenheit von Walbertsweiler
fah/Bild: Hahn

Kaffee und Kuchen. Hier kam längst vergessen geglaubtes aus dem Dorf- und Schulalltag wieder ans Licht. Schüler aus allen Himmelsrichtungen sahen sich wieder, Flüchtlingskinder, ausgebombte aus dem Ruhrgebiet trafen auf die Namensträger alter Walbertsweiler Geschlechter wie Burth, Renz, Strobel, Restle, Frick, Moser und Träger des urkundlich ältesten Namens, der Schweikart. Sie alle erkannten sich dann in der Photoausstellung wieder. Mal als Helfer im Heuet, bei der Feldarbeit, auf Klassenbildern der Volksschule, am Tisch der früheren Wirtshäuser sitzend. Dem lautesten Ereignis von Walbertsweiler, dem 1959 eingestürzten Kirchturm, war ein eigener Ausstellungsblock gewidmet.

Der Sonntag stand im Zeichen des eigentlichen Festes. Der letzte Volksschullehrer von Walbertsweiler, Leopold Köhler, spannte in seinem Festvortrag den Bogen von der ersten Ernennung des Dorfes bis heute. Der SÜDKURIER wird noch berichten.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 13.06.2005

   
   

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