> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 27. August 2005
 

Demo gegen zweiten Mobilfunksender

Bürgerinitiative Wald fürchtet Gesundheitsgefahren - 355 Unterschriften gegen Anlage

Mit selbst angefertigten Transparenten haben am jetzt 30 Mitglieder und Sympathisanten der Bürgerinitiative BI Mobilfunk Wald gegen die bevorstehende Inbetriebnahme eines zweiten Mobilfunksenders auf einem Gittermasten protestiert. Ein Fundament mit Kabeln für einen elektrischen Schaltkasten für den Betrieb des Senders ist bereits gesetzt.

Wald - Die Diskussion um mögliche Gesundheitsgefahren durch Handy-Sendeanlagen wird nicht nur im Raum Stockach geführt, sondern auch in der Umgebung. Jetzt meldet sich Protest aus der Gemeinde Wald, in Nachbarschaft des Hohenfelser Landes.

Der Sprecher der BI Wald, Walter Merz, bezeichnete die Demonstration am Fuß des Hochspannungsmastens, der auf halbem Weg zwischen Wald und Walbertsweiler steht, als "Entweihungsfeier für den neuen, den unnötigen Mobilfunksender in Wald". Um die ihrer Meinung nach von Mobilfunksendern ausgehenden Strahlen, die die Gesundheit gefährden, bildlich darzustellen, traten einige der mobilfunkkritischen Mitglieder demonstrativ in weißen Strahlenschutzanzügen auf.

Vor einem Jahr, so Merz, habe sich die BI Wald gegen weitere Sender zur Wehr gesetzt. Die brächten weder den Mobilfunkanbietern noch der Gemeinde Wald einen wirtschaftlichen Nutzen. Mittels "Roaming" könnten Sender gemeinsam genutzt und Kosten geteilt werden. In einer Unterschriftenaktion hätten sich 355 Anwohner von Wald gegen diesen weiteren Sender ausgesprochen. "Doch die wirtschaftlichen und politischen Kräfte auf Seiten von T-Mobile waren diesmal stärker 

Gefahr im Anzug: Mit einer spontanen "Entweihungsfeier" demonstrierten jetzt rund 30 Mobilfunkgegner aus Wald gegen einen weiteren Mobilfunksender auf einem Hochspannungsmasten zwischen Wald und Walbertsweiler.
Bild: Falko Hahn

als wir. Hier und jetzt müssen wir eine Niederlage einstecken." Für eine absehbare Zukunft stünde dieser Masten vor der Haustür, mit allen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken.

Der Sender, sagte Merz weiter, werde nicht im Sinne des Gemeinwohls errichtet. Er stehe für das Gewinnstreben eines Privatunternehmens, das nach seinen Worten keine Rücksicht auf das Schicksal vieler Einzelner nehme, solche, die von der Dauerbestrahlung mit gepulsten Hochfrequenzen krank werden könnten. Die BI Wald fordere, dass sofort nur Sendeanlagen zugelassen werden, die man wirklich brauche. Die Sendeleistungen sollten so weit heruntergefahren werden, dass lediglich im Freien telefoniert werden könne und die Bevölkerung nicht in ihren eigenen vier Wänden bestrahlt werde. Merz wandte sich auch gegen einen weiteren Ausbau des UMTS-Netzes.


 

Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 27.08.2005

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