> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 25. Oktober 2005
 

Krall führt neuen Brauchtumsverein

21 Gründungsmitglieder heben "Kirbeverein Kappel-Glashütte" aus der Taufe

Mit dem "Kirbeverein Kappel-Glashütte" hat sich am Samstag der Walder Ortsteil Kappel einen neuen Verein gegeben. Dessen Zweck ist die Erhaltung und Förderung des Brauchtums in Kappel und Glashütte.

Wald-Kappel - Kappel steht seit langem für die "Kappler Kirbe", oder wenn einem jemand überdrüssig wurde auch für "du kannst mir auf d'Kappler Kirbe kommen". Bis vor rund 40 Jahren wurde hier am dritten Sonntag im Oktober, dem Kirchweihsonntag - schwäbisch Kirbe - die Erntezeit mit einem Tanzfest unter Einschluss der Nachbarorte als dörflicher Brauch im "Adler" beschlossen. Beschreibungen über die Feier der Kirchweihe in Kappel gibt es seit dem Zeitalter des Barock. Um örtliche Gebräuche zu erhalten oder gar wieder aufleben zu lassen, fanden sich 18 Männer und drei Frauen als Gründungsmitglieder im Bürgersaal der früheren Volksschule Kappel ein.

Der Stein des Anstoßes liege eher ungewollt bei der Gemeinde Wald, erklärte der als Versammlungsleiter durch die Prozedur des Gründungsaktes führende Walder Bürgermeister Werner Müller. "Schuldig gemacht hat sich die Gemeinde, weil sie glaubte die Feuerwehrstruktur zu ändern. Wir mussten verändern, weil zu wenige junge Männer in den zehn Ortsteilen sind, weil die Gemeinde nicht zehn Mal 250000 Euro für den Kauf von zehn neuen Feuerwehrfahrzeugen bezahlen kann."

Mit dem Verlust einer eigenen Feuerwehr durch die notwendig gewordene Strukturreform und der Zusammenlegung mit Kappel-Glashütte und Walbertsweiler zu einer Wehr habe der eine oder andere gesagt, da will ich nicht mehr mitmachen, mit dem Weggang gebe es nicht mehr die Möglichkeiten sich zu begegnen. In einem so kleinen Ort wie Kappel sei die Feuerwehr immer auch der Kulturverein im Ort gewesen.

Unter der Weltkugel zeigen sich nach einem flotten Gründungsakt die gerade neu gewählten Vorstandsmitglieder des Vereins "Kirbeverein Kappel-Glashütte" Irene Vochazer, Eugen Krall (Vorsitzender), Bürgermeister Werner Müller, Kurt Bauer, Steffen Krall, Manuel Krall, Edgar Utz und Manfred Häusler.
Bild: Falko Hahn

 Daraufhin hätten sich einige wackere Männer zusammengetan, um das örtliche Eigenleben nicht einer technifizierten Feuerwehr zu opfern. Überlegungen seien angestoßen worden, im Jahresrhythmus liegende Feste und Aktionen in einen Verein zu bündeln. Nach vielen Gesprächen untereinander, mit dem Finanzamt und dem Amtsgericht, liege nun eine rechtlich abgesicherte Satzung vor.

Zu dem "Kirbeverein Kappel-Glashütte" meldete Willi Halmer aus Oberkappel seine Bedenken an. Kirbe stehe für Kappel, da könnten die Glashütter nicht einverstanden sein. "Für mich ist das keine glückliche Lösung, Dorfgemeinschaft wäre verbindlicher gewesen. Im Nachbarort gebe es welche, die kritisieren den Namen."

Dazu meinte der zum Protokollführer ernannte Edgar Utz aus Kappel: "Wir haben lange nach einem Namen gesucht, eine Dorfgemeinschaft wie anderswo haben wir als zu langweilig angesehen, wir wollten etwas Neues haben."


 

Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 25.10.2005

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