> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 24. August 2005
 

Fingerspitzengefühl auf Schlammpiste

1400 Zuschauer harren bei Supermoto im Schmuddelwetter aus

Unter miesen Wetterbedingungen trug das Rallye-Racing-Team Scheer im ADAC unter Vorstand und Rennleiter Wunibald Blender das 1. Sigmaringer Supermoto aus (der SÜDKURIER berichtete). In Zusammenarbeit mit der Zoller-Hof-Brauerei, dem KTM-Vertragshändler MRS Rau-Racing sowie der Stadt Sigmaringen sollte diese Premiere auf dem Areal der Stadthalle zu einem echten Highlight werden.

Sigmaringen - Der Wettergott hatte allerdings kein Einsehen und ließ es die meiste Zeit des Rennsonntages regnen. Bedingt durch das "Sauwetter" verwandelte sich die Piste gleich in den ersten Trainings in eine rutschige Schlammpartie. Ein gutes Rezept hatte für dieses Rennen Lokalmatador Andreas Loés (Walbertsweiler): "Heute ist viel Fingerspitzengefühl und eine gleichmäßige Fahrweise gefragt. Mit zuviel Angriffslust liegst du schnell im Dreck." Mit dieser Devise ging auch ein weiterer schneller Lokalmatador ins Rennen - Michael Vochazer (Rengetsweiler), der wie Loés die orangefarbene Rau-KTM pilotiert, konnte sich nach den zwei gefahrenen Einzelläufen als 4. Pokalsieger in der Open-Klasse feiern lassen. Loés hingegen drehte im zweiten Heat doch etwas zu aggressiv am Gasgriff und schmierte in der Zielkurve kurz ins Abseits.

Selbst unter Kennern der Supermoto-Szene fiel das Debüt des RRT-Scheer-Piloten Andreas Neuburger sehr überraschend aus. Der 28-jährige Sigmaringer bestritt bei dieser Premiere sein 1. Supermoto-Rennen. Dank einer feinfühligen, aber kämpferischen Fahrt und mit Moto-Cross-Erfahrung behaftet landete der KTM-Fahrer Sensationell auf dem 3. Rang im Finale der Amateure.

Pünktlich um 14 Uhr nach den vorangegangenen Trainings und Qualifikationen eröffnete der Schirmherr Bürgermeister Wolfgang Gerstner per Ampelstart diese Veranstaltung. Das Stadtoberhaupt war trotz Regenwetter voller Begeisterung dabei und wurde wie die gut 1400 Rennfans Zeuge eines attraktiven Halbfinales der Amateurklasse. Der Bürgermeister stellte fest, dass neben den nächstgelegenen Supermoto-Rennplätzen Friedrichshafen, Freiburg und Heilbronn der 

Schlamm und Regen inklusive: Beim 1. Supermoto in Sigmaringen waren Zweikämpfe obligatorisch.
Bild: Fahlbusch

Hohenzollernring in Sigmaringen einfach dazugehören müsse. Eine kleine Überraschung ließen sich die RRT-Funktionäre und die Zoller-Hof-Brauerei bei den Siegerehrungen "Rennen um den Zoller-Hof-Cup" einfallen. Die siegreichen Fahrer bestiegen nicht wie üblich ein hölzernes Siegerpodest, sondern volle Bierkästen die nach der Pokalübergabe an die Gewinner übergingen.

Trotz der wirklich sehr üblen Wetterbedingungen zog das RRT Scheer mit seinen Partnern Jürgen Wolf von der Zoller-Hof-Brauerei und Eberhard Rau vom Offroad-Motorradhaus in Krauchenwies eine positive Bilanz aus der Premiere. Freilich wären die Rennen bei einer trockenen Piste und einer größeren Zuschauerkulisse viel attraktiver ausgefallen. Auf der Schmierschicht, die sich schnell auch über den asphaltierten Bereich ausdehnte, wären spektakuläre Drifts und faszinierende Ausbremsmanöver das i-Tüpfelchen dieser Veranstaltung gewesen.

Zur Freude des Veranstalters und der Fahrer ging die motorsportliche Premiere unfallfrei über die Bühne. Nun hoffen Wunibald Blender und sein Organisationsstab, dass dieses Rennen nicht als einmalig in die Geschichtsbücher eingeht. Eine Fortsetzung dieser Premiere im Jahre 2006, dann möglichst bei Sonnenschein und einem zahlreicheren Publikum, wäre eine tolle Sache und für Sigmaringen sicherlich wieder ein sportlicher Höhepunkt.


 

Karl-Heinz Fahlbusch, Südkurier Sigmaringen, 24.08.2005

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