> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 27. Oktober 2006
 

Alte Schätze zu bewundern

 Abschluss der Arbeiten am Gemeindearchiv wird gefeiert

Mit einem Festakt und einem "Tag der offenen Tür" feiert Walbertsweiler am Samstag und Sonntag im Dorfgemeinschaftshaus den Abschluss der Arbeiten am Gemeindearchiv. Mitarbeiter des Kreisarchivs Sigmaringen brachten Ordnung in die historischen Hinterlassenschaften des Walder Ortsteils, Akten wurden restauratorisch gesichert und erschlossen.

Walbertsweiler - Am Samstag wird um 19.30 Uhr das Findbuch von Kreisarchivar Edwin Weber offiziell an die Gemeinde Wald übergeben. In Empfang genommen werden die Schaustücke durch Bürgermeister Werner Müller und Ortsvorsteher Franz Bosch. Daran schließt sich eine Führung durch die Archivausstellung an. Im Anschluss hält der Kreisarchivar einen Vortrag: "200 Jahre Ortsgeschichte auf 6,5 Metern: Das Gemeindearchiv Walbertsweiler und seine Schätze." Eine Tonbildschau führt in das ehemalige Land Hohenzollern mit: "Hängt an Socke überzwerch - Hohenzollern in Geschichte und Geschichten" von Reiner Löbe und Ernst Weber. Den Stehempfang begleitet der Fanfarenzug Walbertsweiler.

Am Sonntag hat die Bevölkerung bei einem "Tag der offenen Tür" von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit, die ausgewählten Schätze des Gemeindearchivs selber in Augenschein zu nehmen und einen Blick in die Vergangenheit ihres Ortes zu werfen. Kreisarchivar Weber wird zur Verfügung stehen und Erläuterungen dazu geben. Wo gefeiert wird, da braucht es auch Bewirtung. Die übernehmen bei den Veranstaltungen der beiden Tage gerne die Walbertsweiler Vereine.

Die Schätze des Gemeindearchivs sind aus der Verwaltungstätigkeit des Bürgermeisteramts hervorgegangen. Im Wesentlichen sind es die letzten zwei Jahrhunderte der Ortsgeschichte, die im Gemeindearchiv dokumentiert sind. Aus älterer Zeit haben sich im Bestand nur einige Betreffe zur Verwaltung sowie zur Gemeindeweide aus dem 18. Jahrhundert

Die Geschichte der Ortschaft Walbertsweiler der vergangenen 200 Jahre wurde aufgearbeitet und ist jetzt im Gemeindearchiv zusammengefasst.
Bild: Hahn 

erhalten. Das älteste Schriftstück ist ein Schuldaufnahmebrief der Gemeinde Walbertsweiler von 1775. Ein besonderes Schmuckstück stellt ein 1808 vom damaligen Pfarrer Joseph Dionys Ebe angefertigter kolorierter Plan von Kirche, Pfarrhaus und Kirchhof dar, der die Gräber aller in seiner Amtszeit verstorbenen Pfarrkinder aus Walbertsweiler und Kappel mit den Sterbedaten aufführt und nach Familien und Wohngebäuden zuordnet.

Im Gemeindearchiv dokumentiert sind daneben wichtige Ereignisse sowohl der nationalen wie der lokalen Geschichte, so etwa die Feudallastenablösung im 19. Jahrhundert, der Übergang der hohenzollerischen Fürstentümer an Preußen 1849/50, die beiden Weltkriege oder auch der Einsturz des Walbertsweiler Kirchturms 1959 und die Gemeindereform der 1970er Jahre.

Gemeindearchiv

Der Walbertsweiler Bestand mit insgesamt 782 Archivalien und einer Länge von 6,5 laufenden Metern ist künftig im Zentralarchiv im Rathaus Wald untergebracht und steht hier für die historische Forschung zur Verfügung.


       
  Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 27.10.2006 nach oben