> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 14. Dezember 2006
 

Für die nötigsten Ausgaben reicht das Geld

 Bürgermeister Müller legt Haushaltsentwurf 2007 vor

Wald (bei) "Wir unterhalten uns über wenig Bandbreite", meinte Bürgermeister Werner Müller, als er am Dienstagabend dem Gemeinderat den Haushalt 2007 der Gemeinde Wald zur Genehmigung vorlegte. 90 Prozent der Zahlen gründeten auf festen Vorgaben, also blieben gerade einmal zehn Prozent, mit denen die Gemeinde frei wirtschaften könne. "Die vergangenen drei Jahre waren überhaupt nicht spaßig", urteilte Müller weiter. Zwar könne er für das kommende Jahre keine Entwarnung geben, doch "ein klein bisschen mehr Luft haben wir".

Erstmals legte die Verwaltung wieder einen Haushaltsplan vor, der eine Nettoinvestitionsrate für den Vermögenshaushalt aufweist. Diese liegt bei 393380 Euro. Festgesetzt ist der Plan in Einnahmen und Ausgaben auf rund 7,2 Millionen Euro, davon 5,2 Millionen für den Verwaltungshaushalt und knapp zwei Millionen im Vermögenshaushalt. 500000 Euro sind als Höchstbetrag für Kassenkredite festgelegt. Mit 320 Prozent GrundsteuerA, 300 Prozent GrundsteuerB und 333 Prozent Gewerbesteuer bleiben die Hebesätze unverändert.

"Die besseren Zahlen verdanken wir unserer katastrophalen Steuerkraft", erklärte Müller; daher habe die Gemeinde relativ gute Zuweisungen aus Landestöpfen zu erwarten. Das zeige aber auch, dass "wir am Tropf hängen", setzte er die düsteren Prognosen fort. Außer die beim Wasser bereits beschlossenen Gebührenerhöhungen seien aber keine weiteren Anhebungen bei den Gebühren geplant.

Als Schwerpunkte bei den Investitionen im kommenden Jahr nannte der Bürgermeister die Beschaffung eines Fahrzeugs für die Feuerwehr Walbertsweiler, die Anschaffung von Computern für die Schule, neue Fenster

für das Rathaus in Wald und die Erschließung  neuer Bauplätze. Hier setzte Müller seine Hoffnungen auf die mögliche Ansiedlung der Firma Kramer in Pfullendorf, von der man in  Wald unter Umständen mit profitieren könne. Alle geplanten Maßnahmen funktionierten aber nur mit den entsprechenden Zuschüssen, gab Müller zu bedenken.

Die neuen Forderungen "von oben", von höheren politischen Entscheidungsebenen, müssten bewältigt werden. Damit ging Müller auf die Diskussion um beitragsfreie Kindergärten ein. Für die Gemeinde Wald würde das 30000 Euro Mehrkosten jährlich bedeuten. Von vielen lieb gewonnen Dingen müsse man sich verabschieden. Nur mit einem rigorosen Sparkurs könne man die auferlegten Aufgaben realisieren.

Kämmerer Robert Erath stellte das 290 Seiten umfassende Planwerk vor. Zwei große Maßnahmen im Abwasserbereich stehen im kommenden Jahr an. Einmal der Anschluss von Ruhestetten West mit Kosten von 479000 Euro, wofür Zuschüsse von 419000 Euro erwartet werden, dann der Anschluss von Reischach an die Kläranlage in Wald mit 600000 Euro, für den es einen Zuschuss von 540000 Euro geben soll. "Wenn wir das realisieren können, wären wir Ende 2007 bis auf wenige Ausnahmen im Außenbereich endlich fertig", hoffte Erath. Die Gesamtverschuldung der Gemeinde wird zum Ende 2007 bei rund 1,7 Millionen Euro liegen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 608 Euro entspricht.

Der Haushalt der als Eigenbetrieb geführten Wasserversorgung der Gemeinde Wald ist mit 855590 Euro in Einnahmen und Ausgaben festgesetzt, davon entfallen 622750 Euro auf denVermögensplan. Hier ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 295080 Euro vorgesehen.


       
  Gudrun Beicht, Südkurier Pfullendorf, 14.12.2006