> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 17. Mai 2006
 

Gesänge mit Geist und Seele

 Muttertagskonzert des Dekanatschors "Sing Out" Meßkirch in der Pfarrkirche in Walbertsweiler

Walbertsweiler - Es gibt keine vergessenen Mütter, wenn sie am Muttertag zum Konzert des Dekanatschors "Sing Out" Meßkirch kommen. Eine Rose ist ihnen sicher. Die Kirche in Walbertsweiler war brechend voll, und nicht nur die Mütter wurden beschenkt. Einen mit viel Liebe und in der Zusammenstellung sehr geschmackvollen Strauß bunter Melodien durften die Besucher entgegennehmen. Und sie dankten es den Akteuren mit tosendem Beifall.

Die vor knapp zehn Jahren als Jugendchor gegründete Singgemeinschaft ist dem jugendlichen Alter entwachsen und setzt sich zwischenzeitlich aus allen Altersschichten zusammen. Was geblieben ist, ist der jugendliche Schwung, der frohe Lobpreis Gottes. Unter dem Motto "Praise be to God" zogen sich die Darbietungen in flehenden, preisenden, bittenden und zuversichtlichen Anrufungen durch den Abend.

Stimmungsvoll gleich der Einzug mit " Chocholoza", einem von mehreren wiedergegebenen Africans, nachdenklich aus dem Oratorium "Adam" von Gregor Linßen "Gott will es" mit seinen Fragen, ob Gott wirklich die Not und das Elend in der Welt gut heißen kann, um dann mit "Jesus is the answer" die Antwort auf die letztgültige Instanz zu geben. "Glauben Sie an Engel?" lautete die provokante Frage, um mit der Feststellung "Engel haben wieder Konjunktur" und dem Hinweis auf das unverfälschte Lächeln eines Kleinkindes ahnen zu lassen, was unbefleckt der Seele Grund widerspiegelt, das rationale menschliche Denkvermögen übersteigen lässt.

Christine Halmer, Anneliese Müller und Michaela Schlude führten mit ihren einfühlsamen Ansagen durch das Programm. Für Abwechslung sorgten auch die Besetzungen. So war es einer kleinen Gruppe vorbehalten, zu "Mein Kind komm" Antworten zu geben auf Fragen, worin der Sinn des Lebens der Erwachsenen liegt. Die Männer glänzten beim "Festival Alleluja" und Manuela Fischer und Alexander Schleinitz-Kamps gefielen mit "Something stupid".

Sogar Klassisches stand auf der Agenda: Aus dem Messias von Georg Friedrich Händel erklang das "Hallelujah" und im Mozartjahr das "Bourrée" von Vater Leopold, allerdings in verjazzter Fassung wie auch das

Ein mehr als beeindruckendes Konzert hat der Dekanatschor "Sing Out" Meßkirch in der Walbertsweiler Kirche gestaltet.
Bild: Widmer

"Sanctus" von Thomas Gabriel eine moderne Version aufwies. Bei "Can you feel the love tonight", aus der Feder von Elton John und "Endless night", ebenso aus dem Musical "König der Löwen", hörte man unverkennbar Parallelen zu den christlichen Sehnsüchten heraus. Natürlich durfte auch ein Rap nicht fehlen, der mit "Tausend Jahre wie ein Tag" die Zeit in Gottes Hände legte.

Anschwellende Forte-Stellen wechselten bei Gospels und Spirituals mit zarter Sensibilität, gekonnten Tempiwechseln und nuancierten Ausdrucksformen ab.

Mit ihren Soli bereicherten Ellen König, Wolfgang Lipp, Christine Mühlherr, Anneliese Müller, Alexander Schleinitz-Kamps und Christoph Widmer die Songs. Die choreigene Band setzte sich aus Christian Keller am Saxophon - seine Improvisationen sind schon alleine einen Konzertbesuch wert - , Manuela Fischer und Kerstin Biselli am Keyboard, Wolfgang Lipp an der Gitarre und Uli Lipp am Schlagzeug zusammen.

Eine Novität in der Musikszene stellt wohl auch dar, gleich mit vier Dirigenten aufwarten zu können. Manuale Fischer, Wolfgang Lipp, Alexander Schleinitz-Kamps und Christoph Widmer wurden zu Recht gefeiert. Die Besucher bedankten sich nicht nur mit minutenlangem Beifall, sondern spendeten auch reichlich für die Kinderhilfswerke Honduras.

Trotz des "Time to leave, time to go", Zeit zu gehen, Zeit Abschied zu nehmen, kamen die Sängerinnen und Sänger mit den Musikern nicht ohne Zugaben von dem als Bühne dienenden Altarraum.


       
  Pius Widmer, Südkurier Pfullendorf, 17.05.2006 nach oben