> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 20. Dezember 2006
 

Spurensuche im Museum

 Heimatkundliche Exkursion der Museumsgesellschaft Meßkirch

Meßkirch - Das Württembergische Landesmuseum in Stuttgart war Ziel der jüngsten heimatkundlichen Exkursion der Museumsgesellschaft. Das 1862 gegründete und seit der Kreisreform von 1973 auch für Meßkirch zuständige Landesmuseum ist im Alten Schloss, der einstigen Residenz der Grafen und Herzöge von Württemberg, untergebracht und bietet mit seinen zehn Abteilungen einen breiten Überblick zur württembergischen Kultur- und Landesgeschichte.

Das Alte Schloss diente seit 1311 den Grafen von Württemberg als Residenz. Noch aus dem 14.Jahrhundert stammt der so genannte Dürnitzbau, das Hauptgebäude der heutigen Vierflügelanlage. Die Grafschaft Württemberg, 1495 zum Herzogtum erhoben, war neben Österreich der wichtigste Territorialstaat in Südwestdeutschland, der mit Ebingen und Tuttlingen an das Meßkircher Gebiet angrenzte.

Kontakte nach Meßkirch

Die Herren von Zimmern in Meßkirch pflegten stets beste Kontakte zum Stuttgarter Hof, mehrere Angehörige der Familie verbrachten sogar einen Teil ihrer Jugendjahre als Pagen im Stuttgarter Schloss. Erst die Einführung der Reformation in Württemberg nach 1534 führte hier zum Abbruch der engen Beziehungen. 1553, also drei Jahre vor dem Meßkircher Schlossbau, begann unter Herzog Christoph der entscheidende Umbau

des Alten Schlosses zum Renaissanceschloss mit seinem prächtigen Arkadenhof. Bis ins frühe 18. Jahrhundert hinein blieb der Baukomplex Sitz der herzoglichen Hofhaltung. Während des Zweiten Weltkriegs wurde auch das Alte Schloss zusammen mit der Stuttgarter Innenstadt schwer zerstört. Heute erinnert nur noch das Äußere des Bauwerks an seine herrschaftliche Vergangenheit, die Innenräume sind - abgesehen von der Schlosskapelle und der darunter befindlichen Königsgruft - modern.

Nach mehreren Umbauten und Neugestaltungen präsentiert sich das Landesmuseum gegenwärtig mit den Ausstellungsschwerpunkten Archäologie, Kunst des Mittelalters, Kunsthandwerk und Musikgeschichte. Aus dem unmittelbaren Meßkircher Umkreis stammend sind dabei von besonderem Interesse eine hochgotische Skulpturengruppe aus Walbertsweiler, die bis in die 1960er Jahre an der Außenseite eines Hauses befestigt war und ursprünglich wohl aus dem Kloster Wald stammen dürfte. Vor allem aber der Rother Altar, ein Hauptwerk des Ulmer Bildschnitzers Niklaus Weckmann, der einst in der Sauldorfer Pfarrkirche gestanden hatte, verdient Beachtung. Nach deren Neubau im 19. Jahrhundert kam er in die kleine Kapelle in Roth, von wo er zu Anfang des 20. Jahrhunderts an das Reiss-Museum in Mannheim verkauft wurde, dem er bis heute gehört.


       
  Südkurier Meßkirch, 20.12.2006