> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 02. Mai 2007
 

Zum Abschied gibt's eine satte Brotzeit

Egon Erath zum Ehrenkommandanten ernannt

Der Saal des Feuerwehrgerätehauses von Wald war allein zu Ehren des Gesamtkommandanten der Feuerwehr Wald, Egon Erath, festlich geschmückt. Nach 25 Jahren an der Spitze der jetzt noch vier Walder Wehren wurde Erath von den ehrenamtlich wirkenden Feuerwehrmännern aus der Gemeinde Wald mit einem großen Anerkennungsreigen verabschiedet. Mit ihm am Ehrentisch seine Frau Christel.

Wald - Was da über Erath an Ehrungen kam, war schon bemerkenswert, vor Rührung durfte er der einen oder anderen Träne freien Lauf lassen. Walds Bürgermeister Werner Müller ernannte ihn zum Ehrenkommandanten, die Jugendfeuerwehr nahm Egon Erath als Ehrenmitglied auf.

Freunde von der Patenwehr aus Wald in der Oberpfalz waren extra über viele hundert Kilometer nach Wald gefahren, um ihm einen Brotzeitrucksack auf den Rücken zu schnüren, schwer wie ein Atemschutzgerät. Solch einer wurde gleich zweimal vergeben, Sigmaringens Kreisfeuerwehrkommandant Michael Hack zog aus einem weiteren Rucksack eine Katastrophenschutzliste zum Abchecken für die Einrichtung einer Langzeitspeisekammer.

Aus den Händen der Abteilungskommandanten Johannes Nipp, Siegfried Halmer und Wolfgang Keller wurde Egon Erath der Feuerwehrheilige, ein von Hand geschnitzter St. Florian überreicht.

Der für einige Momente glücklich ins Wanken gekommene und nunmehrige Exkommandant fasste sich schnell, musste er in einem Vierteljahrhundert als Kommandant manche gefährliche Lage meistern. Im festlich geschmückten Saal saßen neben dem Geehrten und seiner Frau noch Bürgermeister Werner Müller mit Gemeinderäten, Kreisbrandmeister Michael Hack, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Edi Hahn, aus Herdwangen-Schönach war der Kreisjugendfeuerwehrwart Hermann Lorch gekommen, aus Pfullendorf Gerhard Dippel, Kommandant der Feuerwehr Pfullendorf. Eine deutliche Lücke zeigte sich an leer gebliebenen Stühlen vor den gedeckten Tischen. Die Feuerwehrstrukturreform von Wald mit der Verkleinerung von zehn auf vier Wehren hinterließ offenbar einige noch nicht gekittete Risse.

Als Helfer bei Einsätzen sind immer auch die Walder Malteser vor Ort, auch sie haben mitgefeiert. Der Beschluss einer würdigen Feier sei in der Feuerwehr einmütig gewesen, sagte der seit einem halben Jahr an der Spitze der Walder Wehr stehende Edwin Meßmer. Neben dem Willkommensgruß für den Bürgermeister und die Kameraden aus dem Kreis galt Meßmers Willkommen

Mit einem Rucksack mit bayerischer Brotzeit kamen Feuerwehrfreunde aus Wald/Oberpfalz nach Wald in Hohenzollern, um Egon Erath die neue Machtlosigkeit als Ex-Feuerwehrkommandant leichter zu machen.
Bild: Hahn 

noch Altbürgermeister Artur Zeh sowie den Patenschaftsfreunden aus Wald/Oberpfalz mit dessen Vorsitzenden Ottmar Handl. Eraths Ehefrau Christel bekam von Meßmer einen duftigen Blumenstrauß überreicht.

Erath habe in fünf Hauptversammlungen das Vertrauen als Gesamtkommandant erhalten, was einmalig im Landkreis sei, berichtete Meßmer. In Egon Eraths Zeit sei der Bau des Feuerwehrgerätehauses gefallen, die Gemeinde habe neue Feuerwehrfahrzeuge gekauft, auch sei unter ihm die stille Alarmierung eingeführt worden.

In den 25 Jahren, erklärte Müller, sei die Zusammenarbeit mit der Wehr nicht immer einfach gewesen, die Feuerwehr habe eine Reform der Feuerwehrstruktur von zehn auf vier Einheiten erlebt, dabei habe Egon Erath sein Amt an der Feuerwehrspitze immer mit Wertschätzung ausgeführt. Mit der Gründung der Jugendwehr habe sich Egon Erath ein Denkmal gesetzt, das lebt und den Fortbestand der Feuerwehr Wald garantiere.

Ohne den vollen Beistand des Kommandanten gäbe es sicherlich keine Jugendfeuerwehr in Wald mit 30 Mitgliedern, als Ausbilder sei Erath eine verlässliche Stütze der Jugendlichen gewesen, so Florian Brucker, Kommandant der Jugendwehr. Die nach langen Diskussionen gelungene Strukturreform auf jetzt vier Wehren, meinte Kreisbrandmeister Hack, sie gehöre zu Eraths wohl wichtigsten Taten als Feuerwehrkommandant. Grüße vom Kreisfeuerwehrverband überbrachte Edi Hahn. Dann ging es ans Laben, der Walbertsweiler Wehrmann und Metzgermeister Charly Fecht bat zum Abschiedsessen. Was Egon Erath in der Feuerwehr bleibt, ist sein Posten als Abteilungskommandant der Walder Wehr.


       
  Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 02.05.2007 nach oben