> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 05. Juli 2007
 

Gefragte Anekdoten aus seiner alten Heimat

Bernhard Frick ist beliebter "Reiseführer" für die Landeshauptstadt

Walbertsweiler - So leutselig und gesprächig wie er sich gibt, kann man sich gut vorstellen, dass Bernhard Frick manchem Reiseführer das Wasser reichen kann. Besonders wenn es um seine alte Heimat Stuttgart geht. Denn auch nach fast 40 Jahren ist er mit dem Geschehen in und um die Landeshauptstadt noch sehr verbunden. Er kennt sich dem Vernehmen nach in Stuttgart besser aus als mancher Einheimische.

Mit seinen mehr als 70 Jahren ist der Pensionär Bernhard Frick noch immer wieder gefordert, bei Reisegruppen, die den Bereich Stuttgart als Ausflugsziel anfahren, die Stadtführung zu übernehmen. Nicht von Seiten der Stadt Stuttgart - Anfragen aus Region machen ihn zum beliebten "Reiseführer" für die Landeshauptstadt.

Als er noch berufstätig war, waren es zehn bis zwölf Führungen, die Frick in seiner alten Heimatstadt machte. Um auf dem Laufenden zu bleiben, bezieht er das Amtsblatt von Stuttgart, aus dem er immer das Neueste erfahren kann. Bernhard Frick, der in Stuttgart-West geboren wurde, verbrachte hier seine Jugend und absolvierte eine Malerlehre. In dieser Zeit war er in Stuttgart in allen Richtungen unterwegs und kam in verschiedene Häuser und Betriebe. So manche Anekdote hat er noch parat und weiß er einiges zu erzählen, was nicht in den Geschichtsbüchern steht. Zu seinem Programm als Reiseführer gehört auch der Weg zu den Villen, in denen die Größen der Stadt und der Industrie wohnten oder noch wohnen.

Vom einfachen Maler brachte er es zum Diplom-Malermeister, der mehr als zehn Jahre lang in technischer Beratertätigkeit in der Industrie an Rhein und Neckar sowie von der Iller bis an den Bodensee unterwegs war. Mit seiner Ehefrau Gisela, die aus Echterdingen stammt, wurde er 1968 im badischen Meßkirch sesshaft. Dabei spürte er erstmals, wie er es lachend bezeichnete, die kleinen Grenzerlebnisse zwischen den Badenern und den Württembergern.

Seine drei Kinder sind in Meßkirch groß geworden, die Familie hat sich hier sehr gut eingelebt und in den Vereinen und der evangelischen Kirchengemeinde gute Freunde und Bekannte gefunden. Bernhard Frick ist aktiv im Bläserchor der evangelischen Kirchengemeinde, obwohl er vor rund zehn Jahren im benachbarten Walbertsweiler ein Eigenheim gebaut hat.

Von 1975 bis 2000 war er an der Berufsschule Sigmaringen tätig. Nach 25 Jahren ging er als technischer Oberlehrer in Pension. Mit vielen Klassen und teils mit dem Lehrerkollegium unternahm er Fahrten in die Landeshauptstadt. Als Reisführer war stets Bernhard Frick gefragt. In den vielen Jahren

Bernhard Frick aus Walbertsweiler sitzt über seiner neuesten Lektüre über die baden- württembergische Landeshauptstadt Stuttgart, in der er immer wieder als passionierter "Stadtführer" tätig ist.
Bild: Mägerle 

machte er unzähligen Fahrten, Gruppen und Zeltaufenthalte mit Jugendlichen in Stuttgart und zeigte ihnen die Sehenswürdigkeiten. Bei seinen Fahrten nach Stuttgart holt er immer Informationen vor Ort ein, um auf dem Laufenden zu bleiben, wie er es scherzhaft bezeichnet. Sein "Honoratioren-Schwäbisch", wie es in Stuttgart selbst bezeichnet wird, ist herauszuhören. "Aber damit", sagt er, "kann man gut leben, besonders dann, wenn man in Stuttgart ist und sich für etwas interessiert, dann wird man nämlich nicht gefragt, woher komscht denn du."

Geschichte, Kultur, Industrie und das Projekt Stuttgart 21 sind wichtige Themen für den Reiseführer Bernhard Frick, der so vieles über Stuttgart zusammen getragen hat. Sein Wissen hat er nun in einem Buch zusammengefasst, das erst vor wenigen Tagen in einer kleiner Auflage erschienen ist. Unter dem Titel "Württemberg und seine Hauptstadt", aus der Entstehungsgeschichte von den Anfängen bis zum Ende der Monarchie, umfasst dieses Werk auch Bilder und Karten.

In seinem Schreib- und Büroraum sieht man, dass er viel auf "seine Stadt" Stuttgart hält. Sein Hobby "Reiseführer" betreibt er aus Freude zu seiner Heimat und er findet immer große Anerkennung. Innerhalb der Landeshauptstadt dürften seine Tätigkeiten zum Wohle Stuttgarts wohl kaum bekannt sein, wie er meint, aber das solle ja auch nicht der Sinn seiner Führungen sein.

Bernhard Frick freut sich immer wieder, wenn er Reisegesellschaften und Mitmenschen seine ehemalige Heimatstadt, in der er aufgewachsen ist, im Detail erklären darf.


       
  Karl Mägerle, Südkurier Meßkirch, 05.07.2007 nach oben