> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 13. Dezember 2007
 

Schüler schenken "stille Zeit"

Kammerchor des Martin-Heidegger-Gymnasiums beeindruckt in Walbertsweiler

Walbertsweiler - Unter dem Motto " O du stille Zeit" stand das Adventskonzert des Kammerchors des Martin-Heidegger- Gymnasiums in der Walbertsweiler St.-Gallus-Kirche am Montagabend. Mit seinen a-cappella- Stücken bot der Chor wahrhaft eine stille Zeit.

Schon als der Chor mit dem relativ jungen Lied "Komm, Jesus, komm" in die Kirche einzog, füllte er das Gotteshaus mit seinen klaren, reinen Stimmen. Der stellvertretende Schülersprecher, Daniel Morteza, begrüßte die Zuhörer: "Wir, der Kammerchor des Martin- Heidegger Gymnasiums, möchten den heutigen Abend dem Ausgleich von Stress, Konsum und Kaufrausch widmen. Heute wird ein ganz anderes Bild von Weihnachten vermittelt. Wir möchten ein Gegengewicht setzten. Stellen sie sich vor, sie verbringen den Abend mit Freunden auf einer einsamen Hütte. Schließen sie die Augen. Wir wünschen ihnen eine stille Zeit."

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Paula Halmer verlieh ihrer Freude Ausdruck, dass sich der Chor entschlossen habe, hier in Walbertsweiler zu singen. Weihnachtslieder, mit denen man zuhauf in Kaufhäusern und Weihnachtsmärkten berieselt wird, waren in diesem Konzert nicht zu finden. Chorleiter Daniel Schreiner griff auf älteste Dokumente der Weihnachtszeit zurück und machte dadurch dieses Adventskonzert zu etwas Besonderem. Der gregorianische Mönchschoral "Hodie christus natus est" aus dem Jahre 700 ist eines der ältesten überlieferten Weihnachtslieder.

Mit "Sys willekomen, heirre kerst" brachten sie das älteste schriftlich überlieferte Weihnachtslied zu Gehör. "Deck the hall", eine bekannte Volksweise aus England und das Schweizer Sterndreherlied " Es ist für uns eine Zeit angekommen" zogen mit dem raumfüllenden Klang der jungen, reinen Frauenstimmen die Anwesenden in ihren Bann und ließen sie bis zum Ende nicht mehr los. Das Lied "O du stille Zeit", das gleichzeitig das Motto des Adventskonzertes war, beruht auf den gleichnamigen Gedicht von Joseph Eichendorff. Durch seinen einzigartigen Klang löste es Gänsehaut aus und berührte die Zuhörer tief. Viele der

Singen für den guten Zweck: Der Kammerchor des Martin-Heidegger-Gymnasiums mit Dirigent Daniel Schreiner in der Walbertsweiler St.-Gallus-Kirche.
Bild: Häusler 

Lieder des ersten Programmblockes stammten aus dem 14. bis 17. Jahrhundert.

Mit dem Hirtenlied "Es wird schon glei dumpa", "Joulalaulu" aus Finnland," Przybiezeli" aus Polen, "Mostan kinyilt" aus Ungarn schaute der Chor über den Kulturkreis hinaus und brachte eine neue Klangfarbe. Dirigent Daniel Schreiner hielt stets engen Blickkontakt mit dem Chor. So konnte dieser die kleinsten Feinheiten im Dirigat unmittelbar umsetzen. Es war erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit die Schülerinnen in den alten und fremden Sprachen sangen.

Das Liedgut des letzten Konzertabschnittes ging wiederum um Jahrhunderte zurück. Nach den Zugaben " Es ist ein Ros entsprungen" und "Meine Hoffnung und meine Freude" zog der Chor mit dem Taizé-Lied "Nunc dimittis" aus der Kirche aus. Die begeisterten Konzertbesucher drehten sich zum Chor und applaudierten minutenlang stehend. Der Eintritt war frei. Es wurde um Spenden gebeten, die zur Hälfte der Pfarrgemeinde Walbertsweiler zugute kommen. Die andere Hälfte geht an einen sozialen Zweck. (sah)

Am Mittwoch, 19. Dezember, wird das Adventskonzert um 19.30 Uhr nochmals in der St.-Peter-und-Paul-Kirche in Heudorf aufgeführt.


       
  Sandra Häusler, Südkurier Pfullendorf, 13.12.2007 nach oben