> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 28. September 2007
 

Mit Nummer F5267 durch Berlin

Walbertsweiler Sportlerin beim Berlin-Marathon dabei

Walbertsweiler - Mit Ingrid Felber aus Walbertsweiler startet am Sonntag, 30. September, eine Sportlerin beim Berlin-Marathon, die sich selbst vor drei Jahren noch als absolute Sporthasserin bezeichnete. "Ich konnte keine zwei Kilometer am Stück laufen und war schon in der Schule im Fach Sport immer grottenschlecht", amüsiert sich die 38-Jährige über ihr früheres absolut sportfreies Leben.

Dass sie sich schließlich ein paar Laufschuhe zulegte, verdankt sie einem Bekannten aus Meßkirch, der ihr immer wieder vom positiven Erlebnis "Laufen" vorschwärmte. Schließlich begann sie ihre Lauf-Laufbahn im Januar 2005 bei einem Türkeiurlaub, bei dem sie ihre neuen Laufschuhe am Strand einweihte. Nach diesem Urlaub war sie schon ein bisschen infiziert und verlegte ihre Übungsstrecke auf den Walder Trimmpfad. "Ich dachte immer, ich blamier' mich, wenn mich jemand sieht", erzählt sie von ihrer anfänglichen Unsicherheit als Freizeitsportlerin.

Das Jahr, in dem sie mit dem Laufen begann, endete für die schlanke Frau mit den langen blonden Haaren dann beim Sigmaringer Silvesterlauf, bei dem sie die 12-Kilometer-Strecke absolvierte. Danach hatte sie das Lauffieber endgültig gepackt. "Nach diesem Lauf stand für mich fest: Da machst du weiter, da kommt noch mehr."

Sie nahm sich von Sigmaringen gleich die Ausschreibung für den Zoller-Hof-Halbmarathon im Mai mit nach Hause und begann gezielt darauf zu trainieren. Erst beim Lauftreff in Sigmaringen, dann in Pfullendorf, bevor sie feststellte, dass sie eher eine Einzelkämpferin ist und ihren eigen Trainingsplan aufstellte. Schließlich muss sie auch noch ihre Arbeit in einer Überlinger Steuerkanzlei und Sohn Lukas unter einen Hut bekommen. Da kam sie mit den starren Zeiten eines Lauftreffs nicht zurecht.

"Auf 2,15 Stunden hab' ich trainiert, 2,14 bin ich gelaufen, zwölfte in meiner Altersklasse - aber der Platz war mir nicht wichtig, ich hab es vom Nichtläufer zum Halbmarathon geschafft und darüber freu' ich mich", erzählt sie, dass sie ihre erste Herausforderung erfolgreich meisterte. Damit steckte sie sich aber auch gleich das nächste Ziel: den Marathon in Berlin. Zwar gibt es auch hier in der Gegend Marathonläufe, aber das besondere Spektakel in der Hautstadt reizt sie. Hier will sie ihren ersten Marathon laufen. Im Dezember meldete sie sich an und wird jetzt mit der Nummer F5267 in der Teilnehmerliste geführt.

Ingrid Felber aus Walbertsweiler startet am Sonntag beim BerlinMarathon - nachdem sie vor drei Jahren noch der absolute Nichtsportler war.
Bild: Goldau 

"Aufregend und zeitintensiv" beschreibt sie das Training, das sie Anfang April aufnahm. In den ersten zwölf Wochen lief sie dreimal  in der Woche 20 bis 36 Kilometer, danach wurde viermal pro Woche trainiert. Um ihr Pensum zu schaffen, stand sie sonntags um fünf Uhr auf und ging zum Lauftraining, damit nicht gleich der ganze Tag kaputt war. "Ein bisschen Verrücktheit gehört schon dazu, durch die Gegend zu rennen, wenn die anderen noch schlafen", gibt Felber zu, "aber hinterher ist man richtig happy."

Wenn sie nach der Arbeit läuft, dann bedeutet das gleichzeitig "Abschalten, Entstressen, Nachdenken", beschreibt sie, wie sie diese Zeit für sich nutzt. Ohne diesen Ausgleich fehlt ihr mittlerweile etwas. Doch im Moment muss sie etwas zurückstecken, denn seit Anfang der Woche befindet sie sich in der "Taperingphase" - zwei Wochen vor dem Lauf wird weniger trainiert und mehr gegessen.

"Meine Arbeitskollegen fragen mich schon: Wie sieht eigentlich dein Leben nach Berlin aus", freut sie die Anteilnahme ihrer Umgebung. Die Antwort ist klar: "Erst mal kein Marathon mehr - das ist zu zeitaufwändig." Aber auf das Laufen will Ingrid Felber nicht mehr freiwillig verzichten.

 


       
  Martina Goldau, Südkurier Pfullendorf, 28.09.2007 nach oben