> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 27. Juli 2007
 

Pater Anselm muss Wald Ade sagen

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Wald - Der Abt von Glenstal Abbey rief, Pater Anselm aus Wald folgt aufs Wort. Auf Weisung des Klostervorstehers muss der irische Benediktinerpater Wald am 1. August für immer den Rücken kehren, um in sein Heimatkloster im Westen Irlands zurückzukehren. Glenstal Abbey gehört zum Orden der Benediktiner, der in Irland seit Jahrhunderten in Erziehung und Bildung aktiv ist.

Vor 43 Jahren kam Pater Anselm auf eine Bitte der Walder Nonnen als Hausgeistlicher zu den Schwestern der heiligen Lioba von der Heimschule Kloster Wald. Den frühen Weg in das Kloster Glenstal ebneten Gespräche mit einem gut bekannten Benediktinerpater.

Nach dem Abitur öffnete sich für den 19-jährigen Schüler die Klosterpforte von Glenstal-Abbey. "Ich war so von den Regeln beeindruckt, um zu wissen, ein Leben im Kloster würde zu meinem Charakter passen", bekennt sich der heute 79-Jährige. Nach 15 Monaten Probezeit als Novize wurde der junge Mönch in den Orden eingeführt. Danach folgte als Fortsetzung ein sechsjähriges Studium der Theologie. Im fünften Jahr empfing Anselm die Priesterweihe. Sieben Jahre lang gab er Unterricht im dem Kloster angeschlossen Internat für Jungen. "Meine Hauptaufgabe als Assistent des Novizenmeisters lag jedoch in der Ausbildung der jungen irischen Mönche." Der während seiner Schulzeit im Fach Deutsch gut büffelnde Schüler, überzeugte seinen damaligen Abt Josef so, dass er ihn nach München an die Universität zu einem Intensivkurs Deutsch schickte.

Da bereits hatte eine Walder Schwester mit dem irischen Abt Josef Kontakt

aufgenommen und nachgefragt, ob der Abt einen Priester freistellen könne für den Konvent der Lioba-Schwestern. "Der gab mir die Freiheit, ein Jahr in Wald zu verbringen. Das Jahr war um, da ging ich wieder auf die grüne Insel zurück." Drei Jahre später kam erneut die Bitte aus Wald. Im Gegensatz zu deutschen Verhältnissen gab es im Irland jener Tage genügend Pfarrer, der Abt gab ein weiteres Mal Weisung nach Wald. "Beide waren wir uns einig, in ein paar Jahren ist der Auftrag in Wald zu Ende." Als der Abt starb, ließ der Nachfolger ihn auf unbestimmte Zeit frei. Neben seiner Aufgabe als Hausgeistlicher unterrichtete Pater Anselm in der Klosterschule Englisch und gab Nachhilfestunden. Seine Heimat Irland steuerte er jedes Jahr in den Sommerferien an, besuchte Eltern und das Heimatkloster. So riss der Faden nie ab.

Früh schon war der bescheiden gebliebene Pater Anselm durch den seinerzeitigen Ortspfarrer Willibald Branner in die Pfarrgemeinde St. Bernhard eingeführt worden. "Der Pfarrer hat mich gebeten auszuhelfen im Beichtstuhl und in den Pfarrgemeinden." Zuerst in Sentenhart und in Walbertsweiler. Das blieb auch unter Nachfolgern so. "Vor zwei Jahren sagte der Abt, dass er mich zurückholen möchte, um meine letzten Jahre im Heimatkloster zu verbringen. Ein Nachfolger sei schon gefunden. "Von Wald gehe ich ungern weg, ich liebe die Leute und die schöne Gegend. Auch ich bin überzeugt, dass es Zeit ist, zurückzugehen. Der Abt will es, man muss gehorchen wie ein Soldat." Die Pfarrgemeinde St. Bernhard verabschiedet den beliebten Mönch am Sonntag, 29. Juli, mit einem offiziellen Gottesdienst, anschließend gibt es eine Stehempfang.

 

Verabschiedung

Nach 43 Jahren als Hausgeistlicher der Heimschule Kloster Wald und priesterlichen Diensten in den Pfarrgemeinden Wald, Walbertsweiler, Sentenhart und Aach-Linz wird Pater Anselm am 1. August Wald verlassen, um in sein irisches Heimatkloster Glenstal Abbey zurückzukehren. Offiziell verabschiedet wird Pater Anselm am Sonntag, 29. Juli, 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Bernhard-Kirche. Während eines Stehempfangs im Pfarrheim wird die Gelegenheit geboten, sich vom Geistlichen zu verabschieden.


       
  Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 27.07.2007 nach oben