> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 13. Februar 2007
 

Weiß-Blau dominiert Zunftmeisterempfang

Zwölfter Nachtumzug des VzB Walbertsweiler

Wald - Unter dem Motto "Auf der Alm, da gibt's koi Sünd" stand der Zunftmeisterempfang zum zwölften Nachtumzug des Vereins zur Brauchtumspflege (VzB) Walbertsweiler. 39 Gruppen nahmen am Umzug teil. Die Zahl der Zuschauer war durchaus zufrieden stellend angesichts der Konkurrenz im nahen Menningen.

Mit großem Bedauern nahmen die Narren die Nachricht der Vorsitzenden Heidi Fischer auf, die gleich zu Beginn verkündete: "Für den Gerhard ist es die letzte Fasnet als Dirigent des Fanfarenzugs". Gerhard Löffler hatte in der Hauptversammlung mitgeteilt, dass er Ende Sommer dieses Jahres sein Amt nach 25 Jahren aufgeben wird.

Umso mehr freute sich das närrische Volk, dass Heidi sich bereit erklärt hatte, den Vorsitz des VzB mindestens zwei Jahre fortzuführen.

Der obligatorischen Schunkelrunde, diesmal mit Alleinunterhalter Gerhard, folgte die Vorstellung der sieben Trommlerfrauen, die wie jedes Jahr ihre Gäste aufs Beste versorgten. Weiß-Blau waren die vorherrschenden Farben im Raum - von den Luftballons, über Tischdecken, Luftschlangen und Girlanden. Deftig-kräftig die servierten Schweinshaxen.

Mit einem herzlichen "servus, grüezi und hallo" grüßte Schirmherr Bürgermeister Werner Müller, dem Motto entsprechend in zünftiger Lederhose gekleidet. Als "Knecht Franz" machte der Walbertsweiler Ortsvorsteher Franz Bosch seine Aufwartung. Kein gutes Haar lies er an den "Tussis", die im Sommer seine Alm in Stöckelschuhen bevölkern.

Ein Fässle Bier und einen Maßkrug brachten Luzia Halmer und Andreas Gnädig vom Roten Kreuz als Dank für die Einladung mit. Und die Feuerwehrmänner Siggi und Jochen stellten fest, dass es "heute wieder richtig schää isch".

FC Wa/Re-Chef Fidelis Krall hatte ein Lied eingeübt, in dem er behauptete, "in der Fasnet gibt's koi Sünd, weil mir vu Walbertsweiler sind!" Auf einen reibungslosen Verlauf des Abends hofften die befreundeten Brückeler, mit denen der VzB zusammen das Fest betreibt. 

Auf der Alm, da gibt's koi Sünd" lautete das Motto des Zunftmeisterempfangs zum Nachtumzug des Vereins zur Brauchtumspflege (VzB) Walbertsweiler.
Bild: Beicht 

Das Vorstellen der einzelnen Gruppen drohte mehrmals im ohrenbetäubenden Lärm unterzugehen. Der eine oder andere schaffte es aber dennoch, sich Gehör zu  verschaffen. Besonders der Abgesandte der Hohenfelser Galgenrösser. Lyrisch-poetisch kam er dem Volk - und es hörte ihm zu. "Wer torkelt so spät durch Nacht und Wind - es ist ein Narr, der seine Heimat nicht find", deklamierte er keinen geringeren als den alten Goethe. Und weiter: "Was birgst du so bang dein Gesicht, glaubst du wirklich, die Nachbarn sehen es icht?" So perfekt war seine Einlage, dass der Ruf nach einer Zugabe erschallte.

Viel Lob gab es von den Geladenen. "Der Nachtumzug vom VzB isch jedes Johr unglaublich schee", sagten die Randenmale. Gefallen haben muss es wohl auch den Waldgoischtern aus Wald. Sie verpassten noch keinen Nachtumzug und waren zum zwölften Male dabei.

Den Burgstallgoischtern aus Bittelschieß versprach Heidi: "Dieses Jahr kommen wir auch mal zu euch." "Gute Freunde kann niemand trennen", trällerten die Festdamen der Aach-Linzer Narrengesellschaft.

Schon auf der Herfahrt seien sie auf das Motto des Abends eingestimmt worden, sagten die Burgstallknechte aus Friedberg mit ihrem Ruf "Wirfs Hai ra". Habe man doch bei der tollen Sicht die Alpen gleich hinter Wald vermutet.

Und damit die Heidi auch was vom Abend hatte, machten sie ihre Gäste immer mal wieder glücklich mit dem "Heidi-Lied".


       
  Gudrun Beicht, Südkurier Pfullendorf, 13.02.2007 nach oben