> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 30. August 2008
 

Arbeit statt Faulenzen im Liegestuhl

Ferienjobber berichten von ihren Einsätzen

Wald - In vielen Städten und Gemeinden genießen Jugendliche nicht nur die Ferien, sondern nutzen die schulfreie Zeit zum Jobben. Meist wollen sie Einblicke in einen Beruf gewinnen, oft aber auch Geld für den Führerschein oder andere teurere Anschaffungen verdienen.

Andre Fröhlich aus Walbertsweiler ist einer der Schüler, der in den Sommerferien Geld verdient. Der 15-Jährige besucht nach den Ferien die zehnte Klasse der Nachbarschaftshauptschule Wald. Für zwei Wochen ist er einer der drei Ferienjobber, die nacheinander bei der Gemeinde Wald im Team des Bauhofs im Einsatz sind.

Bauhofleiter Peter Braun nennt zwei Aspekte, weshalb die Gemeinde Ferienjobber gut brauchen kann. Zum einen sind immer wieder Kleinigkeiten zu tun und zu unterstützen, die nicht unbedingt von einer Fachkraft erledigt werden müssen. Und, so meint Peter Braun: Wenn Walder Jugendliche innerhalb der Gemeinde im Arbeitseinsatz seien, gebe dies ihnen vielleicht einen Gedankenanstoß, mit dem Mobiliar der Gemeinde oder öffentlicher Einrichtungen pfleglich umzugehen.

Andre Fröhlich setzt beispielsweise die Langbänke für das Turnen in der Zehn-Dörfer-Halle instand. Man sieht, dass er nicht zum ersten Mal einen Akku-Schrauber in den Händen hält. Andre erzählt: "Ich will Geld für den Moped- und Traktorführerschein verdienen." Bei schlechtem Wetter werden die Halle und das Mobiliar auf Vordermann gebracht. Auf den Spielplätzen in Walbertsweiler und den Kindergärten Wald und Ruhestetten wird der Ferienjobber bei gutem Wetter bei der Instandsetzung der Spielgeräte helfen.

Der 17-jährige Manuel Bodenmüller aus Wald ist vier Wochen als Ferienjobber bei der Firma Sanitär, Heizung und Flaschnerei von Markus Lernhart im Einsatz. Bereits seit zwei Jahren ist er dort immer wieder als Ferienarbeiter beschäftigt. Dabei hat er einen guten Einblick in den Ausbildungsberuf als Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung und Klimatechnik mit Fachrichtung Heizungsbau bekommen, den er bei der Firma Lernhart im September beginnt. Manuel Bodenmüller hat in diesen vier Wochen Kollektoren für Solaranlagen, Dachrinnen und Abwasserleitungen installiert und Heizkessel gewechselt sowie sich um Badsanierungen gekümmert.

In der Regel sind bei Markus Lernhart die Ferienjobber zwei Wochen beschäftigt. Sie müssen 16 Jahre alt, schwindelfrei und ein wenig handwerklich begabt sein, stellt der Firmenchef als Bedingung.

Dass dieser Job nicht nur eine Sache für Jungen ist, stellt Stefanie Lernhart unter 


Bilder: Häusler

Beweis. Die 16-Jährige hilft regelmäßig in den Ferien als Ferienjobberin im Familienbetrieb mit. Sie sagt selbstbewusst: "Ich helfe gerne bei meinen Brüdern mit. Man bekommt Muskeln. Für einen Jungen ist die Arbeit schon leichter, aber ich bekomme das hin!"

Stephanie Krall aus Hippetsweiler war für vier Wochen als Ferienjobberin bei der Firma Renger Kunststoffspritzteile in Meßkirch tätig. Dort bearbeitete die 18-Jährige Kunststoffspritzteile, entgratete, sortierte und verpackte diese. Stephanie war bereits im vergangenen Jahr dort. Ihr hat es dort gut gefallen. "Die Mitarbeiter sind nett", war einer der Gründe für sie, sich wieder für den selben Ferienjob zu bewerben.

Ihr Bruder Andreas Krall arbeitete vier Wochen beim Bauunternehmen Stocker in Pfullendorf. Er war die Zeit über mit den selben Mitarbeitern auf einer Baustelle in Singen eingesetzt. Bereits um 6.15 Uhr wurde er von einem Kollegen abgeholt. Andreas erzählt, dass der Tag lang war, besonders wenn es heiß war, denn Schatten gab es auf der Baustelle nicht. "Es war anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht", reflektiert er. Er hat normal wie jeder andere Mitarbeiter auch auf der Baustelle mitgearbeitet und beim Betonieren, Ein- und Ausschalen geholfen.


  Sandra Häusler, Südkurier Pfullendorf, 30.08.2008 nach oben