> Pressespiegel > Bericht: Südkurier 07. Juni 2008
 

Reparatur in luftiger Höhe

Arbeiten am Höchstspannungs-Freileitungsnetz in Walbertsweiler

Mit Hilfe eines Hubschraubers hat die Energie Baden-Württemberg (EnBW) bei Walbertsweiler Reparaturarbeiten am Hoch- und Höchstspannungs-Freileitungsnetz durchgeführt. Überwiegend handelte es sich um Schäden durch Blitzeinschläge in Freileitungen im 380000-Volt-Transportnetz der EnBW, einem der vier großen Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland.

Walbertsweiler - Voraussetzung für solche luftigen Arbeiten sind trockenes Wetter und kein starker Wind. Jedes Jahr werden die zuvor bei regelmäßigen Kontrollbefliegungen oder Kontrollgängen festgestellten Schäden an Freileitungen repariert. Dabei ist der Hubschrauber mittlerweile fester Bestandteil.

Instandsetzungen dieser Art sehen spektakulär aus, sie sind aber nach inzwischen rund 400 Einsätzen mit ausgereifter Technik Routine für die eingespielten Teams. Zum Einsatz kommt der Spezial-Hubschrauber Eurocopter. Er befördert die beiden Monteure im 60 Kilo schweren Aluminium-Arbeitskorb, der an zwei voneinander unabhängigen Seilsystemen 15 Meter unter dem Hubschrauber hängt, zum Einsatzort. Dieser kann in bis zu 80 Metern Höhe über dem Boden liegen.

In der Regel sind es die zwischen den Mastspitzenden verlaufenden Erdseile, die gerade die Funktion des Blitzableiters haben, die beschädigt sind. Manchmal sind es aber auch die an den Masttraversen befestigten Leiterseile, deren Aluminium-Adern durch Blitzeinschlag beschädigt wurden. Über Funk wird der Helikopter zur Schadstelle dirigiert, nachdem die Stromkreise aus Sicherheitsgründen von der Hauptschaltleitung freigeschaltet wurden.

Der Korb schwebt heran und wird so in Position gebracht, dass das zu reparierende Seil auf den beiden Auslegern aufliegt. Nach Analyse des Schadens wickeln die beiden Monteure vom Montagekorb aus mehrere rund eineinhalb Meter lange Reparaturspiralstäbe um das Leiterseil. Nach

Nach Blitzeinschlägen in Hochspannungsnetze kommt eine fliegende Reparaturwerkstätte mit zwei Monteuren zum schnellen Einsatz.
Bild: Hahn

wenigen Minuten ist die Schadstelle wieder instand gesetzt, der Rückflug wird angetreten und der Stromkreis wieder zugeschaltet.

Aus Sicheheitsgründen dürfen nur Helicopter eingesetzt werden, die über zwei unabhängige Motoren angetrieben werden. Früher war die Schadensbehebung oftmals mit einem enormen Aufwand verbunden. Teilweise musste parallel zum beschädigten Leiterseil ein befahrbares Beiseil gezogen und von dort aus repariert werden. Auch das Ablassen des Seils und die Reparatur am Boden waren an der Tagesordnung.

Dabei mussten teilweise lange Abschaltungen auch zu Höchstlastzeiten in Kauf genommen werden, so dass für den Stromtransport weniger Leitungen zur Verfügung standen.


  Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 07.06.2008 nach oben