> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 26. August 2010
 

Mit einem Pieks wird Leben gerettet

DRK- Bereitschaft Walbertsweiler im vergangenen Jahr Spitzenreiter

Wald - Es dauert etwa eine Stunde und mit einem kleinen Pieks können Blutspender ein Menschenleben retten. Den lebenswichtigen Stoff Blut gibt es noch immer nicht im Supermarkt. Vielmehr sind die Blutspendedienste auf die Spendenbereitschaft der Menschen angewiesen. „Da langjährige Blutspender oft aus Altersgründen ausscheiden, sind wir auf Erstspender angewiesen“, sagt Frank Pech, der Werbereferent des DRK- Blutspendedienstes Baden-Württemberg- Hessen. Mit rund 1121 Blutkonserven aus vier Blutspendeaktionen war die DRK- Bereitschaft Walbertsweiler im vergangenen Jahr wieder einmal Spitzenreiter und wurde von Kreisbereitschaftsleiter Mario Rilli als „Blutspendeweltmeister“ bezeichnet. Das ist ein Grund für den SÜDKURIER, die jüngste Blutspendeaktion in der Zehn-Dörfer-Halle zu besuchen.

Die Blutspender werden an diesem Nachmittag von Christa und Stefan Siebenrock in Empfang genommen. Sie gleichen die Personalien mit dem Unfallhilfe- und Blutspenderpass ab. Wer Blut spendet, muss gesund sein. Bei der Anmeldung erhalten die Spender einen Fragebogen zu ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte, Krankheiten und Medikamenteneinnahme. Nachdem der Fragebogen gewissenhaft ausgefüllt wurde, steht ein kurzer Besuch beim Arzt an. „ Herzlich willkommen bei uns“, begrüßt Dr. André Andruza freundlich und reicht die Hand. Er misst Blutdruck, Puls und Körpertemperatur und hört das Herz ab. Wichtig sei, vor der Blutspende und danach genug zu trinken. Damit kompensiere der Körper den halben Liter Blutverlust, erklärt der Arzt. Auch sollen die Spender nicht hungrig zur Blutspende gehen und danach etwas essen. Sonst könne es zu Unterzuckerung und Kreislaufproblemen kommen. „Darf ich ihren Finger haben?“, fragt Tina Vogt.

Sie misst in dem Tropfen Blut, der durch einen Pieks mit einer Unistik-Lanzettenspitze in die Fingerkuppe gewonnen wird, den Hämoglobin (roter Blutfarbstoff)-Gehalt des Blutes, der in Zusammenhang mit dem Eisengehalt im Blut steht. Bei jeder Blutspende wird Blutgruppe und Rhesusfaktor festgestellt und das Blut auf den HIV-Virus (Aids), Geschlechtskrankheiten, Hepatitis B und C getestet.

Undramatisch geht es dann weiter. Nachdem der Blutspender es sich auf dem freien

Der Miene des Blutspenders ist es anzusehen: Vor der Blutspende braucht man sich nicht zu fürchten. Von dem Einstich mit der Entnahmenadel ist kaum etwas zu spüren. Meist ergibt sich nebenbei mit dem Blutspender auf dem Nachbarbett oder den betreuenden Rotkreuzhelfern ein nettes Gespräch.
Bild: Häusler

Spendebett bequem gemacht hat, werden nochmals die Personalien abgeglichen, um Irrtümer sicher zu vermeiden. Eine für die Blutabnahme geschulte Mitarbeiterin desinfiziert die Einstichstelle und legt die Entnahmenadel in die Armvene. Von diesem Einstich ist kaum etwas zu spüren. Die entnommene Blutmenge von einem halben Liter Blut macht einem gesunden Menschen in der Regel nichts aus. Etwa fünf bis zehn Minuten dauert die Blutentnahme. Dabei werden die Blutspender von den DRK- Helfern betreut und manches nette Gespräch nebenbei geführt. Imke sitzt bei ihrem Vater auf der Bettkante leistet ihm Gesellschaft. Seit vielen Jahren wird bei der Blutspende in Wald eine Kinderbetreuung angeboten. Das Team aus Brigitte Traber, Haidi Restle und Ina Jerg bereitet dafür immer ein wechselndes Bastelangebot vor. Viele Spielsachen stehen zur Verfügung. Das Alter der Kinder spielt keine Rolle. Alle Kinder, die kommen und dableiben wollen, werden genommen, versichert Ina Jerg.

Im Foyer der Halle gibt es danach für die Blutspender ein herzhaftes Vesper, Getränke oder Kaffee und Kuchen. Fleißige Hände bereiten dieses in der Schulküche vor. Rüdiger Baumhof, Haidi Restle und Susanne Kuhn eilen durch die Tischreihen, um alle Blutspender schnell zu bedienen. Die Blutspender in Wald kommen aus einem Umkreis von knapp 20 Kilometern, bis zur Pfullendorfer Stadtgrenze, dem Täle bis Hohenfels. An diesem Nachmittag sind 291 Spendenwillige erschienen. Elf Erstspender waren darunter.


 
 

Sandra Häusler, Südkurier Pfullendorf, 26.08.2010

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