> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 26. Juli 2012
 

SC Pfullendorf will Fans mobilisieren

Günther Biggel neuer Vorsitzender

Der neu gewählte Vorsitzende des SC Pfullendorf, Günther Biggel (1. von links), will mit seinen Vorstandskollegen den Traditionsclub weiter in der Regionalliga halten und hofft auf die Unterstützung der Fans.  Bild: Volk

Pfullendorf - Hauptversammlung des SC Pfullendorf wählt Günther Biggel, Geschäftsmann aus Walbertsweiler, zum neuen Vorsitzenden. Für die neue Saison wurde der Etat nochmals reduziert und der Klassenerhalt als sportliches Ziel ausgegeben.

Mit einem ausgeglichenen Etat von 420 000 Euro, Spielern aus der Region und einem neuen Vorsitzenden geht der SC Pfullendorf in die neue Saison. Bei der Mitgliederversammlung im „Stadionrestaurant“ wurde Geschäftsmann Günther Biggel aus Walbertsweiler mit 72 von 74 Stimmen zum neuen Vereinslenker gewählt. „Wir brauchen Fans, die an uns glauben“, will Biggel vor allem mehr Zuschauer in die Geberit-Arena bringen. Als sportliches Ziel gab er den Klassenerhalt in der Regionalliga vor, der vornehmlich durch Spieler aus der Region geschafft werden soll. „Der SCP hat es verdient weiterzuleben“, bekannte der 57-Jährige, dass es nicht sein Jugendtraum gewesen sei, SCP-Präsident zu werden. Große und begehrliche Augen gab es bei einigen SCP-Mitgliedern, als Biggel seine Stellung als Geschäftsführer der Mederer Süßwarenvertriebs GmbH erwähnte, die einen Jahresumsatz von 280 Millionen Euro hat, deren bekannteste Marke „Trolli“ ist. „Der SCP ist kein Sanierungsfall“, machte der SCP-Chef deutlich und kündigte an, dass er den Kontakt zur Mannschaft suchen werde.

Zu Versammlungsbeginn hatte sein Stellvertreter Martin Fritz an die schwierige finanzielle Situation des vergangenen Jahres erinnert. „Das Finanzielle gibt die Regeln und Spielräume vor“, brachte er das Konzept der Vorstandschaft auf den Punkt wobei 

die Jugendarbeit mit Spielern aus der Region absoluten Vorrang habe. In der vergangenen Saison hatte der SCP elf Jugendmannschaften mit rund 210 Spielern gemeldet, die von 21 Trainern betreut wurden, informierte Thomas Sommer die Versammlung, der den Bericht des erkrankten Jugendleiters Hubert Blum verlas. In seiner Eigenschaft als Vereinskassierer präsentierte Sommer im Anschluss das Finanzjahr, das Ausgaben von 812 059,61 Euro aufwies. Mit 664 000 Euro war der Spielbetrieb der dickste Kostenbrocken, gefolgt, von Aufwendungen für Auswärtsspiele von 45 000 Euro, Verbandsabgaben von 20 000 Euro sowie Schiedsrichterkosten von 19 000 Euro. Finanziert wurde der Betrieb mit 574 000 Euro an Sponsorengeldern, 38 000 Euro durch Zuschauereinnahmen sowie 25 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen und letztmals kassierte der SCP vom DFB Fernsehgelder von 100 000 Euro. Für die neue Saison kündigte Finanzchef Martin Moßbrucker einen ausgeglichenen Etat an, der auf 420 000 Euro, zuzüglich der extra ausgewiesenen Mittel für die Jugendabteilung. „Wir sind für jede Hilfe dankbar“, rührte er die Werbetrommel für weitere Fans und Sponsoren.

Bürgermeister Thomas Kugler nutzte die Gelegenheit, sich bei der Vorstandschaft für deren schwierige Arbeit des vergangenen Jahres zu bedanken. „Der Verein ist von Träumen in der Realität angekommen“, ist der Rathauschef überzeugt, dass man das Tal durchschritten und auf dem richtigen Weg sei. „Der Verein ist die Anstrengungen wert“, hofft auch er auf mehr Zuschauer. Neben der Fußballsparte gaben auch die Abteilungen Schach und Eisstock den SCP-Mitgliedern Rechenschaft über das abgelaufene Jahr und berichteten von sportlichen Erfolgen und schönen Festen.


 
 

Siegfried Volk, Südkurier Pfullendorf, 26.07.2012