> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 08. Januar 2014
 

Fanfarenzug ohne Dirigent

Stefan Burth hatte Rücktritt mehrfach angekündigt - Fanfarenklänge und Trommelwirbel verklingen nach 32 Jahren zunächst

Voller Zuversicht schaut der Vorstand des Vereins zur Brauchtumspflege Walbertsweiler in die Zukunft als reiner Brauchtumsverein. Dafür stehen Wolfgang Burth, Michaela Ströhle, Carola Marquart, Marina Fröhlich, Marita Loes, Melanie Arnold-Hänßler, Beatrix Müller, Winfried Kuhn, Anita Eisele und Jean Pierre Colas.
Bild: Hahn

Wald-Walbertsweiler - Im 32. Jahr der Gründung scheint dem Fanfarenclub als Aushängeschild des Vereins zur Brauchtumspflege (VZB) Walbertsweiler endgültig die Puste auszugehen. Die bunten Landsknechtuniformen mit dem kecken Federhut pausieren im Kleiderschrank. Das Brunnenfest mit seinen Gästen wird den Aufmarsch der Fanfaren vermissen.

Bei der Hauptversammlung im Vereinsheim des FC Walbertsweiler machte Stefan Burth nach mehrmaligen Anläufen einen dicken Knoten hinter seinen mehrmals angekündeten Rücktritt als Dirigent des Fanfarenzugs. Die Entscheidung wurde von den 28 Mitgliedern akzeptiert. Der stellvertretende Bürgermeister Matthias Blum riet dem Vorstand, sich doch in ungarischen Musikkreisen umzuhören, wie es andere Musikvereine schon erfolgreich getan haben.

In einem „durchwachsenen Jahr“ mit 54 Proben, so Burth, habe es schöne wie erfolgreiche Auftritte gegeben, wie bei der Landesgartenschau in Sigmaringen, beim Fanfarenzugtreffen in Krauchenwies und dem Ringtreffen in Vogt. Dann aber habe er feststellen müssen: „Die Luft ist raus.“ Seine Folgerung: „Nach der Fasnet hänge ich meinen Federhut an den Nagel.“ Alle Mitglieder seien damit einverstanden, dem Fanfarenclub eine Pause zu verordnen. Den Taktstock hätte er gerne weitergereicht, was ihm aber nicht gelungen sei. Burth ist 

seit sechs Jahren Dirigent der momentan 28 Mitglieder zählenden Landsknechtstruppe. Es mache einfach keinen Spaß mehr, mit immer weniger Musikern aufzutreten, sagte er.

Der Verein zur Brauchtumspflege ist dank seiner vielfältigen Aufgaben als örtlicher Brauchtumsverein mit dem vorerst vorübergehenden Rückzug des Fanfarenzugs in seinem Bestand nicht gefährdet. Blum übernahm auch die Wahlen. In offener Wahl ließen sich Michaela Ströhle als Vorsitzende bestätigen, ebenso Marina Fröhlich als Schriftführerin und Carola Marquart als Presswart. Gewählt sind sie auf zwei Jahre.

Davor berichtete Fröhlich von acht Auftritten, vom Aufstellen des Maibaums mit Wecken der Gemeinde durch den Fanfarenzug. Ein Erfolg sei wieder einmal das Brunnenfest gewesen, genauso wie der Jahresausflug an den Bodensee. Dann lüftete sie als zweitwichtigsten Punkt des Abends das Motto der Fasnet: Vampire. Eröffnet wurde die Versammlung von der Vorsitzenden Michaela Ströhle mit einem Verbeugen vor den Spielern des Fanfarenzuges als Dankesrede für das Zusammenhalten in den vergangenen 31 Jahren und auch den Ausbildern der Kinder, die derzeit eine Fanfarentrompete oder eine Trommel erlernen. Keine Bange müsse man sich um die Finanzen machen, sagte darauf Kassierer Wolfgang Burth.


 
 

Falko Hahn, Südkurier Pfullendorf, 08.01.2014