> Pressespiegel > Bericht: Südkurier, 05. Oktober 2019
 

Schwäbische Comedy begeistert

Auftritt der Saubachkome.de in Walbertsweiler - Veranstaltung des Vereins zur Brauchtumspflege

Nur wer ein ausgesprochen guter „Schwätzer“ ist, bringt es zum Vorsitzenden des Gesangvereins, stellten „Saubachkome.de“ in einem Sketch dar. Von links: Michael Ogger, Edgar Hagel, Markus Burkhardt, Alwin und Egon Hagel. | Bild: Sandra Häusler 

Wald-Walbertsweiler - Gleich mit seiner ersten Kulturveranstaltung landete der Verein zur Brauchtumspflege (VzB) Walbertsweiler einen Volltreffer. Die schwäbische Comedy der „Saubachkome.de“ aus dem oberschwäbischen Äpfingen kam beim Publikum bestens an. Das Dorfgemeinschaftshaus Walbertsweiler war gut gefüllt, die rund 150 Gäste zeigten sich begeistert und waren voll des Lobes. „Ich finde es total witzig“, sagte etwa Gabi Jäger aus Pfullendorf und auch VzB-Vorsitzender Andreas Heinzler unterstrich: „Das Ding war Bombe. Meine Erwartungen sind übertroffen worden.“ Bernhard Specker aus Walbertsweiler bestätigte: „Einwandfrei, super.“

Der VzB Walbertsweiler widmet sich seit 1978 der Pflege des Brauchtums. Dazu zählen das Maibaum- und Narrenbaumstellen, die Dorffasnet, das Kesselfleischessen wie früher, das Silvesterpaaschen. „Ein bisschen Kultur in
Walbertsweiler könnte nicht schaden“, erläuterte Vorstandsmitglied Carola
Marquart zu Beginn des Abends den Entschluss des Vorstands, es einmal mit einer Kulturveranstaltung zu probieren.

Die fünf gestandenen Oberschwaben der „Saubachkome.de“ zettelten gleich zu
Beginn einen „Händel wia sich‘s g‘hört“ an, aber nur eine musikalische Schilderung
eines Ehestreits über Alltagssituationen, die jeder kennt. Das schwäbische Quintett
ist überzeugt: „Ganz denka isch die Devise. Wenn mir Schwoba ganz denka dätet,
noch kenntet mir die Welt beherrscha. Denn wia oft hosch scho ghert, dass oiner
gsait hott: Des hann i mir halba denkt!“ 

In ihrem dreistündigen Programm aus Liadla und Sketchen mit viel schwäbisch- spitzfindigem und mal schwäbisch-derbem Alltagskolorit malten sie unter anderem die Tücken moderner Technik aus und schilderten eine Fahrt in einem neuen Auto mit „Alexis-Sprachsteuerung“. Ferner behaupteten die Akteure, schwäbische Männer könnten Multitasking: Treppe runtersteigen und Kaugummi kauen, jemandem bei der „Arbeit zugucka und dra‘na maula oder gleichzeitig duscha und biesela“. Hedwig aus der ersten Reihe widmeten sie ein Liebeslied. „Wir mussten so lachen da hinten. Es war so witzig“, sagte Hedwig‘s Enkelin Anika Hehle später zu ihrer Oma.

Drei Stunden dauerte der unterhaltsame Auftritt der "Saubachkome.de" im Dorfgemeinschaftshaus Walbertsweiler zur Freude des Publikums 

Doch auch ein ernstes Thema, passend zum Herbst, hatten die Akteure Alwin Hagel, Edgar Hagel, Egon Hagel, Markus Burkhardt und Michael Ogger im Gepäck: den berüchtigten Männerschnupfen. Nur durch den Geburtsschmerz könne eine Frau annähernd nachvollziehen, wie es sich anfühle, wenn ein Mann mit
„Männerschnupfen in den Wehen liege“, behaupteten die Fünf und baten um ernsthafte Anteilnahme. Die Liadla wie „Wuschdsalat zum Frühstück“ oder das gerockte „Thermomix„ wurden von Egon Hagel an der Gitarre und Edgar Hagel auf dem Cajon begleitet. „Saubachkome.de“ stimmten ein Loblied auf die wichtigste
Frau in jeder Firma an – die Putzfrau. Ihr Fehlen merke man bereits nach zwei Tagen schmerzlich. Und auch an Situationskomik fehlte es beim unterhaltsamen Bühnentreiben nicht.

In der Warteschlange am Hochzeitsbüffet wünschten sich die Schwaben nur „a‘ Bratwurst und an schlotziga Kartoffelsalat“, während Egon Hagel als exzentrischer Alleinunterhalter „Toni‘s tolle Tanz Terrine“ mit umgedichteten bekannten Liedern
wie „I like a moped“, „Mambo Namber 5“, Modern-Talking-Songs und „Immergrüns“ die Wartenden terrorisierte.
In den Zugaben versuchten vier der Akteure den Fünften, Schorsch (Markus Burkhardt), einen „Hertledigen wie aus dem Bilderbuch“, in Walbertsweiler „stationär“ an eine Frau zu bringen und erfüllten mit dem Heuschnupfen-Song „G‘nossa“ den Publikumswunsch.

Der Verein

Kommende Veranstaltungen des Vereins zur Brauchtumspflege:
Samstag, 16. November, ab 16 Uhr traditionelles Kesselfleischessen im Dorfgemeinschaftshaus Walbertsweiler
Samstag, 21.Dezember, ab 17 Uhr Weihnachtshock, veranstaltet vom VzB, dem Hundesportverein, Fußballverein Walbertsweiler-Rengetsweiler, und dem Narrenverein Walbertsweiler Brückeler rund um das Dorfgemeinschaftshaus Walbertsweiler.


 
 

Sandra Häusler, Südkurier Pfullendorf, 05.10.2019